Interphilologie

Am Forschungsschwerpunkt Interphilologie sind alle Fachbereiche des Departements Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität Basel beteiligt. Die Interphilologie ist als Ausdruck der transversalen Dimension in Forschung und Lehre ein Kernanliegen des Departements. In der Literaturwissenschaft bezeichnet der Begriff die komparatistische resp. weltliterarische, in der Linguistik die kontrastive Betrachtungsweise. Für beide Teildisziplinen bedeutet Interphilologie die im weitesten Sinne interdisziplinäre Perspektive, die mehrere Philologien bzw. theoretische Fragestellungen von allgemein-philologischer Relevanz in den Blick nimmt und auch andere Medien in die kulturwissenschaftliche Analyse mit einbezieht. Unabdingbare Voraussetzung hierfür ist die Diversität der europäischen Sprachen und Kulturen des Departements.

Wie intensiv die europäischen Literaturen ästhetisch, gattungspoetisch und wirkungsgeschichtlich miteinander verflochten sind, wird im Rahmen interphilologischer literaturwissenschaftlicher Projekte und Veranstaltungen am Departement vielfältig erforscht und dargestellt. So wurden in den Ringvorlesungen der Reihe Weltliteratur intertextuell u. a. Ovids Metamorphosen, Cervantes’ Don Quijote, die Dramen Shakespeares, die Rolle von literarischen Übersetzungen, die Problematik von poetischer Gerechtigkeit, die Transformationen des Prometheus-Mythos, die Geschichte und Topographie Moskaus und die Beziehung von Sound und Literatur aus vielfältigen literaturwissenschaftlichen Disziplinen und Perspektiven behandelt.

Publikationen des interphilologischen Kooperationsprogramms der Basler Literaturwissenschaften (Auswahl):

  • Henriette Harich-Schwarzbauer, Alexander Honold (Hg.): Carmen perpetuum. Ovids Metamorphosen in der Weltliteratur. Basel: Schwabe 2013.
  • Thomas Grob, Sabina Horber (Hg.): Moskau. Metropole zwischen Kultur und Macht. Böhlau Verlag, Köln etc. 2015
  • Ina Habermann, Michelle Witten (Hg.): Shakespeare and Space. Theatrical Explorations of the Spatial Paradigm. London: Palgrave Macmillan 2016.

Da es in Basel vielfältige Sprachfächer gibt, bemüht sich das Departement in der interphilologischen Forschung um intensive Zusammenarbeit, Interdisziplinarität und Profilbildung innerhalb der Schweiz. So etwa in der interaktionalen Linguistik/Kommunikationsanalyse, der kulturwissenschaftlichen Literaturwissenschaft (Raumstudien, Wissenskulturen), der Achse Literatur und Naturwissenschaft, der Literaturästhetik und dem Zusammenspiel der Künste und Medien oder den Postcolonial Studies.

Die Interphilologie erscheint in speziell ausgewiesenen interphilologischen Modulen auch in der Lehre aller BA- und MA-Fächer im Departement, in den MA-Studiengängen Sprache und Kommunikation und Literaturwissenschaft, in der Graduiertenausbildung im Rahmen des Doktoratsprogramms Literaturwissenschaft sowie der Hermann Paul School of Linguistics (HPSL) und in der Organisation von interphilologischen Ringvorlesungen (siehe Veranstaltungshinweise des Departements).

Diese interphilologischen Aktivitäten resultieren in einer besseren Vernetzung der Disziplinen und einer grösseren Sichtbarkeit der Basler Philologien, die auch eine ausgezeichnete internationale Vernetzung und Ausstrahlung aufweisen können. Darüber hinaus wird ein grosser Wert auf kulturelle Präsenz in Basel und der Oberrheinregion gelegt.


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