Kulturelle Topographien

Die Kulturellen Topographien sind ein interfakultäres und interdisziplinäres Netzwerk, das Raumstudien in Forschung und Lehre an der Universität Basel fördert und koordiniert. Hervorgegangen ist es aus dem Kompetenzzentrum Kulturelle Topographien mit Laufzeit von März 2009 bis Juli 2017. Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt in den Osteuropa-Studien, nicht zuletzt durch die Tätigkeit der FAG-Stiftungsprofessorin für Kulturelle Topographien Osteuropas Martina Baleva. Die Forschungen sind fokussiert auf Grenzen und Grenzüberschreitungen, Europabilder und -diskurse sowie Basel als historischer Ort der Begegnung in der Oberrheinregion.

  • Prof. Dr. Martina Balevas Projekt «Von Basel nach Bursa und zurück. Verflechtungsgeschichte von Fotografie und Seidenindustrie» legt den Fokus auf Austauschprozesse, kulturelle Artefakte und Repräsentationen zwischen Bildgeschichte, Kolonialismusforschung und Wirtschaftsgeschichte und erlaubt damit einen neuen Blick auf die Geschichte der globalen Verflechtungen Basels. Das Forschungsprojekt umfasst zudem Lehrveranstaltungen, ein Buchprojekt, eine Ausstellung in der Universitätsbibliothek sowie Vorträge.
  • Prof. Dr. Martina Baleva untersucht in ihrem aktuellen Forschungsprojekt «Revolution in der Dunkelkammer, oder Fotogeschichte des Aufstandes» die folgenreichen Auswirkungen von Fotografie, insbesondere Carte de visite bzw. Visitenkartenporträts auf den Bereich des politischen Widerstands und auf Vorstellungen von Revolution. Den Forschungsgegenstand bildet ein umfangreiches Korpus von Porträtfotos osmanischer, zentral- und südeuropäischer Widerstandskämpfer und Revolutionäre des 19. Jahrhunderts. Anhand ihrer wird das Wechselverhältnis von politischer und medialer Revolution im Zeitalter der frühen Fotografiegeschichte erörtert und historische Umwälzungsprozesse in ihren sozialen und medialen Dynamiken beleuchtet. Dieser interdisziplinäre Zugriff öffnet schliesslich den Blick für die vielfältigen Verflechtungsebenen revolutionärer Bewegungen in Europa sowohl in regionaler wie auch in transnationaler Perspektive.    
  • Ferner läuft ein interdisziplinäres Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Collegium Helveticum bzw. der ETH Zürich zu «Anderwelten» in Literatur, Religionswissenschaft und Philosophie.

Die Kulturellen Topographien veranstalten regelmässig Ringvorlesungen und Workshops sowie einmal pro Semester das Kolloquium «Denkräume». Für den wissenschaftlichen Nachwuchs steht eine Zertifizierung Kulturelle Topographien zur Verfügung (Masterstudium) sowie das «Schweizer Nachwuchsforum Bildforschung östliches Europa».