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ERC Starting Grants für Prof. Dr. Olena Palko und Dr. Cathelijne Nuijsink

ERC Visual

Basel, Alte Universität. (Foto: Universität Basel, Mark Niedermann)

Zwei Projekte der Philosophisch-Historischen Fakultät erhalten jeweils zwischen 1,5 und 2,3 Millionen Euro Fördergelder, um die eigene Forschungsgruppe auf- oder auszubauen und ambitionierte Projekte zu verwirklichen

Prof. Dr. Olena Palko untersucht in ihrem Forschungsprojekt am Departement Geschichte die sowjetische Nationalitätenpolitik und ihre Wirkung über die Grenzen der Sowjetunion hinaus. Wie ging die Sowjetunion im Innern mit ethnischer und sprachlicher Vielfalt um? Und wie präsentierte sie ihre Politik über die eigenen Grenzen hinaus als Modell? Palko verknüpft diese Fragen mit einer breiteren Untersuchung des Minderheitenschutzes in der Zwischenkriegszeit und analysiert, wie das sowjetische Modell während des Kalten Krieges international wahrgenommen und aufgegriffen wurde.

Die Historikerin schlägt zudem den Bogen zur Aktualität, indem sie langfristige Folgen sowjetischer Nationalitätenpolitik beleuchtet. Diese wirken bis heute nach, etwa in regionalen Konflikten im postsowjetischen Raum wie Russlands Krieg gegen die Ukraine oder dem Konflikt um Bergkarabach, in denen das Verhältnis zwischen Mehrheiten und Minderheiten häufig politisch instrumentalisiert wird. Darüber hinaus berührt das Projekt grundlegende Fragen:  Wie lassen sich Minderheitenrechte schützen? Und was bedeutet es für eine Gesellschaft und eine Demokratie, wenn ihre Vielfalt zunehmend unter Druck gerät?

Dr. Cathelijne Nuijsink untersucht am Departement Gesellschaftswissenschaften, wie sich die Architekturgeschichte verändert, wenn sie nicht mit dem Entstehen von Gebäuden beginnt, sondern mit deren Verschwinden. Sie verfolgt, was mit Gebäuden und ihren Materialien geschieht, wenn sie verfallen, abgerissen, weiterverwendet oder entsorgt werden. Zugleich fragt sie, warum dieses materielle Nachleben in Archiven und in der Architekturgeschichtsschreibung häufig unsichtbar bleibt.

Zusammen mit ihrem Team untersucht Nuijsink, wie Bauabfälle entfernt, weitergegeben, repariert, wiederverwendet oder dauerhaft abgelagert werden und welche wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Folgen damit verbunden sind. Dabei nimmt das Projekt auch Fragen zu Arbeit, Umweltschäden und ungleicher Belastung in den Blick. Es verbindet Ansätze aus Umweltgeschichte, Abfallforschung, Umweltgerechtigkeit und Critical Race Studies, um Architektur von ihrem materiellen Ende her neu zu betrachten.

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