
Die Sozialanthropologie fragt, was Menschsein und Menschwerden in unterschiedlichen sozialen, kulturellen und historischen Kontexten bedeutet. Sie fragt: Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen den lokalen Welten, die Menschen bewohnen, und den globalen Strukturen, in die sie eingebunden sind? Dies erfordert von Sozialanthropolog:innen, dass sie gängige Vorstellungen über soziale Beziehungen, wirtschaftliche Existenzgrundlagen und politische Macht hinterfragen und dezentrieren. Sozialanthropolog:innen sind daher bestrebt, ihre eigenen Wahrnehmungs- und Vorstellungsmöglichkeiten zu erweitern, um die zentralen Herausforderungen unserer Zeit besser verstehen zu können.
Aufbauend auf den im Bachelorstudium erworbenen Grundlagen der Sozialanthropologie werden die Studierenden im Masterstudium dabei angeleitet, ihr theoretisches Wissen zu erweitern, sich vertieft mit einem bestimmten Teilgebiet auseinanderzusetzen und spezifische Kenntnisse über einen Forschungsbereich zu erwerben. Die Studierenden lernen ethnografische Methoden kennen und erwerben die Fähigkeit, ein individuelles Forschungsprojekt zu konzipieren und durchzuführen, die Ergebnisse zu bewerten, sie im Zusammenhang mit dem theoretischen Rahmen zu interpretieren und in einem wissenschaftlichen Text zu präsentieren.
Während die regionalen Schwerpunkte der Sozialanthropologie an der Universität Basel auf Afrika und Osteuropa liegen, forschen und lehren unsere Wissenschaftler:innen unter anderem auch zu Ozeanien, Asien, Lateinamerika und dem afro-atlantischen Raum.
Thematisch liegen unsere Forschungs- und Lehrschwerpunkte unter anderem in der allgemeinen Sozialanthropologie; den globalen Wirtschaftssystemen; Migration, Mobilität und Zugehörigkeit;
Geschlecht, Sexualität und Verwandtschaft; Medizin, Gesundheit und Körper; sowie der Politik der Wissensproduktion.
In methodischer Hinsicht vertritt das Studienfach Sozialanthropologie vor allem qualitative und interpretative Ansätze. Dabei wird insbesondere die Entwicklung von Methoden gefördert, welche aktuelle Veränderungen unter der Globalisierung erfassen können.
| Abschluss | MA in Social Anthropology |
| Art | Studienfach |
| Start | Februar, September |
| Kreditpunkte | 120 |
| Studienaufbau | Der Master ist der zweite Studienabschluss nach dem Bachelor und umfasst insgesamt 120 Kreditpunkte (KP). Zusätzlich zu Social Anthropology wählen die Studierenden ein zweites, davon unabhängiges Fach, wobei beide Fächer zu je 35 KP studiert werden. Jenes Fach, in dem die Masterarbeit (30 KP) geschrieben wird, wird zum Major, das andere zum Minor. Ergänzend kommt der freie Wahlbereich (20 KP) hinzu. Ein Kreditpunkt (KP) ECTS entspricht ungefähr 30 Arbeitsstunden. |
| Fächerkombination | Als zweites Masterstudienfach kommt ein Fach der Philosophisch-Historischen Fakultät oder ein ausserfakultäres Studienfach in Frage. Die Studierenden können es ihren Interessen und beruflichen Zielen gemäss wählen. Social Anthropology ist insbesondere mit Disziplinen sinnvoll kombinierbar, die sich mit Gesellschaften und ihren Kulturen oder kulturellen Teilbereichen (wie Kunst oder Sprache), mit dem Handeln von Menschen, ihren Normen (Recht), mit ihrer Geschichte oder ihrer natürlichen Umwelt befassen. Der freie Wahlbereich besteht aus frei wählbaren Lehrveranstaltungen, die zur Vertiefung in den Studienfächern, zum Einblick in andere von der Universität Basel angebotene Studienfächer oder zum Erwerb von Sprachkompetenzen einsetzbar sind. |
| Unterrichtssprache | Englisch |
| Fachbereich | Ethnologie |
Die Unterrichtssprache ist Englisch. Einzelne Lehrveranstaltungen können auf Deutsch gehalten werden.
Es wird zwar kein Englisch-Zertifikat verlangt, für den erfolgreichen Studienabschluss sind jedoch sehr gute Englischkenntnisse notwendig (Niveau B2 oder besser).
Die Zulassung zum Masterstudium wird grundsätzlich durch die Studierendenordnung der Universität Basel sowie die Studienpläne der einzelnen Studienangebote geregelt. Detailliertere Angaben zur allgemeinen Zulassung zum Masterstudium finden Sie hier.
Voraussetzung für eine Zulassung ohne Auflagen ist ein Bachelorabschluss einer von der Universität Basel anerkannten Hochschule im Umfang von 180 KP.
Die fachspezifischen Anforderungen werden im Studienplan des jeweiligen Faches unter Zulassungsvoraussetzungen (§3) festgelegt. Darüber hinaus kann die Wegleitung weitere Informationen enthalten, die für den erfolgreichen Studienverlauf von grosser Bedeutung sind.
Die Anmeldung für das Bachelor- und Masterstudium – auch zu einem verspäteten Zeitpunkt – muss innerhalb festgelegter Anmeldefristen erfolgen.
Die Universität Basel organisiert regelmässig Informationsanlässe für das Bachelor- und Masterstudium. Die Philosophisch-Historische Fakultät weist auf ihrer Veranstaltungsseite jeweils darauf hin.
Einige Fachbereiche bieten zusätzlich separate Informationsanlässe oder Begrüssungsveranstaltungen an. Bitte informieren Sie sich auf der Seite des entsprechenden Fachbereiches, wann und wo solche Veranstaltungen angeboten werden.
Siehe auch Merkblätter unter Dokumente und Merkblätter.
Alle Daten vorbehaltlich nachträglicher Änderungen.
Die im Studium der Sozialanthropologie erworbenen Kompetenzen können im breiten Spektrum von akademisch-theoretischer Wissenschaft hin zu praktizierter Sozialanthropologie fruchtbar gemacht und angewandt werden. Von zukünftigen Sozialanthropolog:innen wird oft erwartet, dass sie ihre eigene berufliche Umgebung aktiv selbst gestalten, was sowohl eine Chance wie auch eine Herausforderung sein kann.
Dank des breiten Wissens, das während des Studiums der Sozialanthropologie erworben wird – z.B. Sammlung und Verarbeitung von komplexen Informationen, Schreib-, Lese- und Präsentationsfähigkeiten, sowie gesellschaftliche Werte und Normen, globale Zusammenhänge, Machtstrukturen und Ungleichheiten zu reflektieren und hinterfragen – finden unsere Absolvent:innen Stellen in verschiedenen Berufsfeldern; unter anderem NGOs, interkulturelle Kommunikation, Dialogs- oder internationale Zusammenarbeit, Migration, Dienste für geflüchtete Menschen, Sozialarbeit, Medien, Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus, Bildung und Vermittlung, Museen, Archive und unabhängige Kuratierung, Forschungsinstitutionen, Tourismus, öffentlicher Gesundheitssektor und Nachhaltigkeit, internationale Unternehmen, Diplomatie und Politik.
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