Der integrierte Bachelorstudiengang der Altertumswissenschaften öffnet einen zeitlichen Horizont von den Anfängen menschlicher Existenz bis zur Entwicklung der islamischen Kultur im 7. Jahrhundert und umfasst die gesamte antike Welt von Europa bis Zentralasien und Ägypten. Er ermöglicht den Erwerb grundlegender Kenntnisse in sechs Disziplinen, um diese anschliessend in jenen zwei Bereichen zu vertiefen, die am meisten interessieren. Zur Wahl stehen die Schwerpunkte Ägyptologie, Alte Geschichte, Gräzistik, Klassische Archäologie, Latinistik, Naturwissenschaftliche Archäologie sowie Ur- und Frühgeschichtliche und Provinzialrömische Archäologie. Allen gemeinsam sind die interdisziplinäre und kulturwissenschaftliche Perspektive sowie die intensive Auseinandersetzung mit methodologischen Fragen zur Erforschung von materiellen und schriftlichen Quellen.

Schwerpunkte der Lehre und Forschung

Die Altertumswissenschaften in Basel zeichnen sich durch die enge Kooperation der Fachbereiche aus. Untergebracht in einem gemeinsamen Gebäude verfügen sie über die umfangreichste altertumswissenschaftliche Bibliothek im deutschsprachigen Raum. Erforscht wird das Altertum mittels materieller und schriftlicher Quellen – von den ersten anthropogenen Relikten und der Hinterlassenschaft der ältesten schriftführenden Kulturen bis hin zu hochdifferenzierten Zeugnissen der materiellen Kultur, der Literatur, Kunst und Wissenschaft. Methodisch und theoretisch bieten dabei Text- und Materialwissenschaften wie auch Naturwissenschaften vielfältige Zugänge. Das breitgefächerte und aufeinander abgestimmte Angebot in Lehre und Forschung macht die altertumswissenschaftliche Ausbildung in Basel zu einem soliden Fundament für die wissenschaftliche und berufliche Karriere.

Die Forschungsthemen der Ägyptologie situieren sich in den Bereichen Archäologie (Tal der Könige, Thebanische Nekropole, Karnak), Religion (Jenseitsvorstellungen und Grabausstattung, funeräre Texte, Rituale, persönliche Frömmigkeit), Geschichte (Sozialgeschichte, Deir el-Medina, Kulturkontakt), Ikonographie, Schrift und Sprache (Literatur, Philologie und Linguistik). In der Lehre stehen der Spracherwerb und das Quellenstudium  (Klassisch-Ägyptisch, im Weiteren auch Altägyptisch, Neuägyptisch, Demotisch oder Koptisch) sowie Kulturgeschichte und materielle Kultur aller pharaonischen Epochen im Zentrum.

Die Alte Geschichte zählt zu ihren Schwerpunkten die Geschichte Griechenlands und Roms, das Frühe Christentum, die Spätantike und die frühbyzantinische Zeit. Mit Demographie und den Fragestellungen der Alltagsgeschichte werden Familie, Haus und Haushalt in der Antike erforscht, während die Papyrologie den Zugang zur Sozial-, Wirtschafts- und Religionsgeschichte des griechisch-römischen Ägyptens ermöglicht. Die Beschäftigung mit antiker Historiographie sowie die Wissenschaftsgeschichte des Faches Alte Geschichte bilden weitere Schwerpunkte.

Die Gräzistik legt den Fokus auf den Homerischen Epos, die frühgriechische Lyrik, die attische Tragödie und Komödie, den griechischen Liebesroman und die vorsokratische Philosophie. Der modernen Kulturwissenschaft öffnet sie sich dabei mit anthropologischen, komparatistischen und literaturtheoretischen Fragestellungen, so untersucht sie z.B. die Interdependenz von griechischer Literatur und Religion. Zudem setzt sie Schwerpunkte in der Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte und der Erforschung moderner Inszenierungen antiker Dramen.

Die Latinistik widmet sich der Literatur der ausgehenden Republik, der augusteischen Literatur, den Autoren der frühen Kaiserzeit sowie der Spätantike, mit Poesie (Epos, Epigramm, Elegie)  und römischer Philosophie als zentralen Themen. Die neulateinische Literatur der Renaissance, insbesondere des oberrheinischen Humanismus, Wissenschaftsgeschichte, die Rezeption antiker Texte und Themen in modernen Literaturen sowie die Beschäftigung mit Fragestellungen der Gender Studies ergänzen das Programm.

Das Profil der Klassischen Archäologie ist geprägt durch die Erforschung von materiellen und kulturellen Erscheinungsformen des Austausches zwischen den antiken Mittelmeerkulturen und ihren Nachbarregionen. Die sozial-, alltags-, mentalitäts-und religionsgeschichtlichen Fragestellungen haben zum Ziel, das kulturelle System zu rekonstruieren, in dem die antiken Objekte einst standen. Lehrgrabungen und Museumspraktika ermöglichen dabei eine praxisnahe Ausbildung. Ein weiteres Augenmerk gilt der künstlerischen und kulturgeschichtlichen Rezeption der Antike vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Die Ur- und Frühgeschichtliche und Provinzialrömische Archäologie wird in Basel im Sinne einer «Integrativen Archäologie» mit human- und naturwissenschaftlichen Ansätzen praktiziert. Forschungsschwerpunkte zur Ur- und Frühgeschichte sind die Sozial-, Geschlechter- und Kindheitsgeschichte in der Schweiz und den Nachbarländern. In der Provinzialrömischen Archäologie stehen Forschungen zu Vindonissa (Brugg/Windisch; Zivilsiedlungen und deren Interaktionen mit dem Legionslager) und in Augusta Raurica (Kaiseraugst; u.a. bauliche Entwicklung der Wohn- und Gewerbequartiere) im Zentrum.

Die Naturwissenschaftliche Archäologie legt den Schwerpunkt auf die Vermittlung der naturwissenschaftlichen Grundlagen und Methoden, wie sie in den Altertumswissenschaften zur Anwendung kommen. In Basel sind dies insbesondere Archäobiologie (Archäobotanik, Archäozoologie, Anthropologie, inkl. alte DNA) und Geoarchäologie (Sedimentologie, Mikromorphologie, Quartärgeologie). Theorie und Praxis sind dabei eng verknüpft, wobei materialbezogene Bestimmungs- und Analyseübungen ein besonderes Gewicht haben.

Das Bachelorstudium setzt sich aus einem Grund- und einem Aufbaustudium zusammen. Im Grundstudium wählen die Studierenden sechs der oben genannten Schwerpunkte, anschliessend werden im Aufbaustudium die Kenntnisse in zwei der zuvor gewählten Schwerpunkte vertieft. Das Studium lehrt dabei fachspezifische Methoden und Arbeitstechniken, vermittelt Überblickswissens, gibt Einblick in exemplarische Forschungsbereiche, die Entwicklung wissenschaftlicher Fragestellungen sowie die Fachethik und leitet zur kritischen Aufarbeitung der Wirkungen der Antike an.

Studienaufbau

Der Bachelor ist der erste Studienabschluss und umfasst insgesamt 180 Kreditpunkte (KP). Beim Bachelorstudiengang Altertumswissenschaften handelt es sich um einen sogenannten Monostudiengang (150 KP) ohne weitere Fächer. Hinzu kommt der komplementäre Bereich (30 KP). Ein Kreditpunkt (KP) ECTS entspricht ungefähr 30 Arbeitsstunden.

Altertumswissenschaften kann auch als Studienfach gewählt werden, wobei es mit einem zweiten, davon unabhängigen Bachelorstudienfach kombiniert wird.

Bachelor of Arts (180 KP)
Altertumswissenschaften
150 KP
  Komplementärbereich
30 KP
Studiengang

Fächerkombination

Als Bachelorstudiengang werden Altertumswissenschaften ohne zweites Studienfach studiert, jedoch ergänzt durch den Komplementärbereich (20 KP). Er steht allen Studierenden zur freien Verfügung. In der Regel dienen die hier gewählten Lehrveranstaltungen dem Erwerb allgemeiner Kompetenzen (Fremdsprachen, EDV, Rhetorik etc.), dem interdisziplinären Lernen (fachfremde bzw. interdisziplinäre Lehrveranstaltungen) und/oder der weiteren Vertiefung des eigenen Fachstudiums oder dem Erwerb eines Zertifikats.

Zulassungsbedingungen Bachelor

Für die Zulassung zu einem Bachelorstudium an der Philosophisch-Historischen Fakultät ist das Studiensekretariat der Universität Basel zuständig. Die Zulassung erfolgt gemäss den Zulassungsrichtlinien des Rektorates:

  • mit schweizerischem Vorbildungsausweis, 
  • mit ausländischen Vorbildungsausweis oder
  • als Gaststudent (kein Abschluss an der Universität Basel angestrebt)

    Die eidgenössische bzw. schweizerische Maturität erlaubt den Zugang zu allen Bachelorstudiengängen.

    Zu allen weiteren Fragen informieren Sie sich bitte hier.

    Einschreibedaten

    Die Anmeldung für das Bachelor- und Masterstudium – auch zu einem verspäteten Zeitpunkt – muss innerhalb festgelegter Anmeldefristen erfolgen.

    Infoveranstaltungen

    Die Universität Basel organisiert regelmässig Informationsanlässe für das Bachelor- und Masterstudium. Die Philosophisch-Historische Fakultät weist auf ihrer Veranstaltungsseite jeweils darauf hin. 
    Einige Fachbereiche bieten zusätzlich separate Informationsanlässe oder Begrüssungsveranstaltungen an. Bitte informieren Sie sich auf der Seite des entsprechenden Fachbereiches, wann und wo solche Veranstaltungen angeboten werden.

    Bachelor Prüfung & Abschluss

    Zur Bachelorprüfung können sich Studierende anmelden, die bereits 60 KP je Studienfach erbracht und die für den Abschluss zählenden Seminararbeiten absolviert haben. Der Nachweis erfolgt durch Vorlegen der Modulzuordnung oder des automatischen Bewertungsmails.

    FS 2018 HS 2018 FS 2019 HS 2019
    Anmeldeformular verfügbar ab 01.02.18 01.09.18 01.02.19 02.09.19
    Anmeldezeitraum 13.03. - 29.03.18 02.10. - 18.10.18 12.03. - 28.03.19 01.10. - 17.10.19
    Schriftliche Prüfungen 19.05. & 26.05.18 08.12. & 15.12.18 18.05. & 25.05.19 07.12. & 14.12.19
    Notenmitteilungen 06.07.18 25.01.19 05.07.19 24.01.20
    Prüfungseinsicht und Antrag auf Abschluss 02.08. - 16.08.18 29.01. - 14.02.19 06.08. - 22.08.19 27.01.20
    Diplomfeier 13.10.18 27.04.19 19.10.19 Datum folgt

    Unter Vorbehalt nachträglicher Änderungen.

    Weiterführende Masterstudien

    Der Bachelorabschluss in Altertumswissenschaften gilt in der Regel nicht im engeren Sinn als berufsqualifizierend; dazu dient vielmehr der darauf aufbauende Masterabschluss. Museen, Schulen, Kantonsarchäologien und andere Wissenschaftsinstitutionen stellen gezielt Altertumswissenschaftler/-innen mit ihren jeweils spezifischen Kompetenzen und disziplinären Kenntnissen ein. Die Basler Altertumswissenschaften bieten folgende weiterführenden Studienmöglichkeiten an:

    Studienfachberatung

    Unterrichtskommission